"Google street view" in Zeitlarn

Veröffentlicht am 14.07.2010 in Service

Die SPD - Ortsverbände Zeitlarn / Laub und Regendorf veranstalteten im Pfarrheim in Zeitlarn einen Informationsabend zum umstrittenen "Google street view". Als Referent fungierte Harald Zintl von der Friedrich Ebert - Stiftung, Lehrbeauftragter an der Uni Passau. Und er konnte Erstaunliches berichten.

Schon 2008 war das Fahrzeug von "Google street view" (kurz GSV) in Zeitlarn unterwegs. Einige der Zuhörerer, die an diesem schwülen Abend den Weg ins Zeitlarner Pfarrheim gefunden hatten, wollen dieses Auto auch gesehen haben.
Harald Zintl erklärte zunächst einmal, dass "Google" eines der teuersten, ja das teuerste Unternehmen der Welt sei. Mit einem Wert von geschätzten 120 Mrd. € und diversen Internetdiensten sei Google eine nicht zu unterschätzende Macht in dem Medium Internet.
Bis Jahresende will nun GSV alle deutschen Plätze, Straßen und Gebäude im Internet sichtbar machen. Verzögerungen gibt es z.Zt. durch eine "versehentliche" Panne, bei der sensible Daten der W-Lan Benutzer (wie z.B. Kreditkarten - Pins oder Passwörter) "abgephischt" wurden, dadurch gerate dieses Projekt zunehmend in die Schlagzeilen.
Google werbe für seinen Dienst dahingehend, dass man sich vor Antritt einer Reise den Urlaubsort oder die Hotelanlage ansehen könne. Die Bedenken von Datenschützern gingen aber in die Richtung, dass gerade das Abbilden von kleineren Wohnsiedlungen einen Eingriff in die Privatsphäre bedeute. Gesichter und KFZ - Kennzeichen würden zwar unkenntlich gemacht, es gebe aber Beispiele in Ländern, in denen GSV schon aktiv sei, wo dies nicht 100% gelungen sei.
Bei einer Aufnahmehöhe von ca. 3 Meter zeige GSV außerdem nicht nur das, was jeder Passant zu sehen bekomme, sondern in vielen Fällen einen Blick über den Gartenzaun, was besonders bei Schulen und Kindergärten bedenklich sein könne.
Wer nun seine Privatspäre schützen möchte, könne - als Eigentümer oder Mieter - einen Antrag bei GSV auf "Unkenntlichmachung" seines Wohnhauses stellen. Vordrucke dazu seien im Internet, auf der Homepage der Gemeinde Zeitlarn (www.gemeinde-zeitlarn.de) oder direkt bei der Gemeindeverwaltung in der Hauptstraße erhältlich.
Bürgermeister Kröninger will nun überlegen, die Schule und die Kindergärten im Gemeindebereich unkenntlich machen zu lassen.
Nach einer regen Diskussion zog die Versammlung folgendes Fazit:
- Um Sehenswürdigkeiten oder interessante Städte anzusehen, ist GSV sicher sinnvoll.
- Die Abbildung von Wohnsiedlungen muss kritisch gesehen werden.
- Schon im Elternhaus und in der Schule sollte den Kindern aufgezeigt werden (aber auch den Erwachsenen!), welche "Spuren" ihre Aktivitäten im Internet hinterlassen und dass persönliche Daten nicht offengelegt werden sollten.
Bürgermeister Kröninger bedankte sich bei Herrn Zintl für diesen interessanten und informativen Vortrag.
Nun habe sicher jeder einen anderen "Blick" auf "Google street view"!

 

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